Muskelverspannung

Wie der Mensch, hat auch der Hund leider (zu) oft eine verspannte Muskulatur.

Fast bei jedem Hund, der in meine Praxis kommt, stelle ich Muskelverspannungen fest – häufig auch schon bei jungen Hunden.
Verspannte Muskeln sind oft schmerzhaft und fühlen sich hart und steif an. Greift man tief in die Muskulatur des Hundes, kann man strangartige Sehnen erfühlen, die sich wie gespannte Gitarrensaiten anfühlen. Manchmal lassen sich auch kleine kugelige Verhärtungen, die sich wie kleine Kieselsteine anfühlen (sogenannte „Myogelosen“), ertasten. „Myogelosen“ –  findet man häufig in der Muskulatur neben der Wirbelsäule oder direkt um das Schulterblatt.

Ursachen für Muskelverspannungen
… können zum Beispiel sein:

  • Funktionsstörungen der Gelenke (z. B. durch Blockaden oder Gelenkserkrankungen)
  • Wirbelblockaden und/oder Wirbelsäulenerkrankungen
  • Fehl- oder Überbelastung des Bewegungsapparates (oft verbunden mit Gelenksblockaden)
  • Erkrankungen/Funktionsstörungen der inneren Organe
  • aber auch falsch eingesetzte Halsbänder und Brustgeschirre und
  • psychischer Stress!

Oft sind Schmerzen Auslöser von Muskelverspannungen. Durch Schmerzen spannt der Körper unbewusst die Muskulatur an. Damit versucht der Körper den Schmerzbereich zu schützen und zu stabilisieren. Andauernde Schmerzen haben somit dauerhafte Anspannungen und Muskelverhärtungen bzw. Muskelverspannungen zur Folge.

Gerade von den Gelenken geht sehr oft eine Muskelverspannung aus.
Die Gelenke werden durch die Muskulatur „geführt“, dafür gibt es an jedem Gelenk „gelenkssichernde“ und „gelenksbewegende“ Muskeln. Gelenksbewegende Muskeln sind für die „Arbeit“ zuständig. Gelenkssichernden Muskeln sind meistens kleine, gelenksnahe Muskeln, die zur Gelenkskapsel mit ihren vielen feinen Nerven eine Verbingung besitzen. Sobald im Gelenk eine Störung vorhanden ist, sei es eine Blockade, eine einseitige Belastung (die nichtmal schmerzhaft sein muss) oder der gar eine Gelenkserkrankung erhält die gelenkssichernde Muskulatur den Auftrag, dieses Gelenk zu sichern und zu schützen und eine muskuläre Schutzspannung wird aufgebaut. Dadurch wird die Muskulatur verspannt und erhärtet:

Wird das „Funktionsproblem“ im Gelenk nicht behoben, bleibt die Schutzspannung der Muskulatur über längere Zeit erhalten, kann sich zudem die Muskulatur verkürzen. Eine verkürzte Muskulatur bewirkt wiederum eine Einschränkung der Gelenksbeweglichkeit. Zudem sind irgendwann – früher oder später – Schmerzen mit im Spiel – und Schmerzen verursachen, wie zuvor beschrieben zusätzliche Muskelverspannungen. Ein Teufelskreis ist entstanden…

… Und der Teufelskreis geht weiter: Denn, Hunde mit Gelenksblockaden oder Gelenkserkrankungen lahmen oft (entweder unmerklich oder deutlich sichtbar) über eine längere Zeit hinweg. Dadurch entstehen Ausweichmechanismen, die zudem weitere Verspannungen im gesamten Wirbelsäulen – Schulter/Nacken und Beinmuskelbereich entstehen lassen. Dieser Teufelskreis muss unterbrochen werden!

Bei einer konservativen schulmedizinischen Behandlung werden Schmerzmittel verabreicht (die Ursache der Muskelverspannung wird dabei jedoch nicht behoben); bei einer physiotherapeutischen Behandlung steht ebenfalls die Schmerztherapie im Vordergrund. Wichtig ist, dass nicht nur versucht wird, die gesamte Muskulatur zu lockern, wieder „weich“ zu machen und die Gelenkbeweglichkeit zu erweitern, es muss auch immer das entsprechende Gelenk mit der Funktionsstörung mitbehandelt werden. Denn nur, wenn das Gelenk wieder „frei“ ist, kann auch dauerhaft die Muskelverspannung beseitigt werden.

Genauso funktioniert eine Behandlung im Rückenbereich des Hundes. Wird die muskuläre Rückenverspannung durch einen blockierten Wirbel verursacht, reicht es nicht aus, die Muskulatur wieder zu lockern. Diese wird sich durch eine dauerhafte Wirbelblockade wieder und erneut verspannen. Deshalb muss bei einer physiotherapeutischen Behandlung der Körper immer als Ganzes gesehen und entsprechend ganzheitlich behandelt werden. Neben den klassischen physiotherapeutischen Behandlungsarten eignen sich hierzu die Akupunktur und Myoreflextherapie hervorragend.

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de