Propriozeptives Training

Die Propriozeption wird auch als Tiefensensibilität bezeichnet. Sie bezeichnet die Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage bzw. der Lage/Stellung einzelner Körperteile zueinander.
Unter priopriozeptivem Training versteht man Übungen, um Körperhaltung, Gleichgewicht, Koordinationsfähigkeit und in Summe somit das Gangbild zu verbessern, zu erhalten bzw. zu stabilisieren.
Propriorezeptoren sind Sinnesrezeptoren im Körper. Sie befinden sich zum einem als Gleichgewichtsorgan im Ohr, zum anderen als Spindeln in den Muskeln und Sehnen. Die hier aufgenommenen Informationen werden zum Gehirn weitergeleitet und dort „verarbeitet“. Nur durch die Steuerung der Nerven, dem Zusammenwirken von Muskulatur und Propriozeption sind kontrollierte Muskelbewegungen und die Körperhaltung überhaupt möglich.

Als Propriozeptives Training bezeichnet man also Übungen zur Gang- und Haltungsschulung sowie Koordinations-, Gleichgewichts- und Geschicklichkeitstraining. Es dient der Schaffung, Erhaltung und ggf. Wiederherstellung des physiologischen Gangbildes beim Hund und der Vermeidung von Schonhaltungen beim erkrankten Tier, um weitere Schäden am Bewegungsapparat zu vermeiden. Es findet zum Beispiel Anwendung in der (späten) Rehabilitationsphase nach Operationen (am Bewegungsapparat) und bei Hunden mit Störungen im Bewegungsablauf wie z.B. bei neurologischen und/oder geriatrischen Patienten.

Mit dem propriozeptiven Training wird zudem die Geschwindigkeit und Zielsicherheit der Ausführungen einer Bewegung geschult, was wiederum vor Verletzungen im Sport (und Alltag) vorbeugen und zudem die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Hundes erhöhen kann.

Mit entsprechenden Übungen werden das Gleichgewichtsorgan, das durch Positionsveränderungen, unterschiedliche Geschwindigkeiten der Bewegung und durch Veränderungen der Schwerkraft beeinflusst wird, geschult. Die dadurch empfangenen Informationen werden über das Gehirn zu den entsprechenden Muskelgruppen weitergeleitet und koordiniert. D.h. auch die Koordinationsfähigkeit des Hundes wird dadurch gezielt angesprochen und geschult.

Zudem stärkt das Training die Muskulatur – insbesondere tiefliegende Muskelgruppen und die Wirbelsäulenmuskulatur. Der Muskelaufbau ist somit ein erwünschter Nebeneffekt.

Entsprechende Übungen mit dem Trampolin, Therapiekreisel, Wackelbrett, Luftmatratze oder Gymnastikball eignen sich dafür sehr gut. Auch das gezielte Laufen auf verschiedenen Untergründen gehört zum propriozeptiven Training.

Einige dieser Übungen können vom Hundebesitzer auch Zuhause durchgeführt werden.

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de