Rückenschmerzen

Wie wir Menschen kann auch der Hund unter Rückenschmerzen leiden.

Rückenschmerzen können indirekt verursacht werden durch Erkrankungen der inneren Organe (z.B. bei Magen-/Darmproblemen, bei Erkrankungen von Prostata oder Gebärmutter, bei Blasen- oder Nierenbeschwerden usw.). Dabei strahlen die „Organschmerzen“ auf den Rücken aus und zusätzlich verspannt sich dadurch die Rückenmuskulatur.
Rückenschmerzen und verspannte Rückenmuskulatur werden auch durch Erkrankungen des Bewegungsapparates verursacht. Zum Beispiel Gelenks-erkrankungen und eine ggf. dadurch verursachte, länger anhaltende Schonhaltung kann die Rückenmuskulatur stark verspannen.
Sie werden aber auch oft von der Wirbelsäule direkt ausgelöst. Ursache dafür können banale Wirbelverschiebungen (-blockaden) oder auch Wirbelsäulen-erkrankungen, wie zum Beispiel die Spondylose/Spondylarthrose, das Cauda-Equina-Kompressionssyndrom, Bandscheibenvorfälle oder das Wobblersyndrom sein.

Symptome für Schmerzen/Probleme im Wirbelsäulen-/Rückenbereich sind zum Beispiel:

  • reduzierte Aktivität, Leistungs- und Bewegungsunlust
  • verminderte Beweglichkeit und verminderte Spielfreudigkeit
  • Unwilligkeit beim Treppen steigen bzw. beim Treppen hinunter laufen oder beim Springen auf erhöhte Plätze
  • Schmerzäußerungen bei bestimmten Bewegungen oder beim Hochheben
  • Schmerzen beim Losrennen und Abbremsen
  • (unspezifische) Lahmheiten
  • verändertes Gangbild (auch Pass-Gang), angespannter/steifer Gang
  • Verspannung der Rückenmuskulatur und ggf. ein „aufgezogener“ Rücken
  • Berührungsempfindlichkeit im Rücken-/Wirbelsäulenbereich
  • Versteifungen und Schmerzen im Rücken können zu Schwierigkeiten beim Hinsetzen, Hinlegen und Aufstehen führen
  • Lähmungserscheinungen (Paresen)
  • Berührungsüberempfindlichkeiten der Beine und Pfoten (Hyperästhesien)
  • schwache Hinterbeine, Zittern der Hinterbeine
  • Instabilität beim Stehen
  • falsche Stellung einer oder beider Hinterpfoten (auch abgeschliffene Krallen)
  • Harnträufeln und/oder Unvermögen, den Kot zu halten (Harn-/Kotinkontinenz)

Probleme und Erkrankungen im Wirbelsäulenbereich können zudem nervliche Beeinträchtigungen auslösen. Die Nervenbahnen zweigen vom Rückenmark ab und treten jeweils  zwischen den Wirbeln aus. Sie versorgen einerseits die inneren Organe, aber auch die Haut-, Drüsen- und Blutgefäße. Ist ihre Funktion beeinträchtigt, kann es zudem zu folgenden Symptomen kommen:

  • schlecht durchblutete Muskulatur/Pfoten (kalte Pfoten)
  • Verdauungsprobleme (Magen-/Darmbeschwerden)
  • wiederkehrende Ohrenentzündungen
  • häufige Analbeutelentzündungen
  • vermehrtes Knabbern, Beißen und Lecken an Beinen oder Pfoten


Behandlung

Hat Ihr Hund Rückenschmerzen, sollten Sie von Ihrem Tierarzt die Ursache abklären lassen. Da Wirbelverschiebungen auf Röntgenbildern nicht zu sehen sind, empfiehlt sich ggf. auch eine physiotherapeutische Befundung und Behandlung.
Zusätzlich können Sie selbst einige  Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen, um ein Fortschreiten der Rückenschmerzen Ihres Hundes zu verhindern bzw. den Genesungsverlauf zu beschleunigen. Es sollte in diesem Fall alles vermieden werden, was die Wirbelsäule stark beansprucht, belastet oder staucht, wie z.B.

  • Treppen laufen (oder – wenn nicht anders möglich – dem Hund beim Treppenlaufen unterstützen: Handtuch unterm Bauch oder Brustgeschirr mit Leine)
  • kein wildes Toben mit anderen Hunden und
  • kein Ball oder Stöckchen werfen (das abrupte Losrennen und Abbremsen staucht die Wirbelsäule)
  • kein übermäßiges Hüpfen, Hoch- und Weitspringen – natürlich auch kein Hundesport
  • keine deckartigen Bewegungen zulassen (beritten werden oder selbst auf andere Hunde aufreiten).

Ein gesundes Maß an Bewegung ist auch bei Rückenschmerzen wichtig. Nur so kann die stützende Muskulatur gekräftigt bzw. erhalten werden. Gleichmäßig trabende Bewegungen auf weichem Boden sind optimal, jedoch sollten keine zu langen Touren unternommen werden.
Außerdem sollte Übergewicht vermieden und bei feuchtem oder kaltem Regenwetter sollte der Hunderücken gut getrocknet (oder mit einem Hundemantel geschützt) werden. Auch harter Kot mit schwierigem Kotabsatz sollte vermieden werden.
Die meisten Hunde mit verspannter Rückenmuskulatur mögen es, wenn ihr Rücken warm gehalten wird. Dazu eignen sich kleine, erwärmte Kirschkern- oder Dinkelkissen, zuhause durchgeführte Rotlichtbehandlungen (bitte mit genügend Abstand und nicht länger als 10 Min.) oder einfach nur eine warme Decke.

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de