Das Schwimmersyndrom

Das Schwimmersyndrom hat nichts mit „Schwimmen“ zu tun, sondern …
… ist eine noch wenig erforschte Entwicklungsstörung bei Hunde- (und Katzen-)welpen, die meist bis zum 16. Tag nach der Geburt auftritt. Sie äußert sich hauptsächlich in einer Fehlstellung der Gliedmaßen: einem beidseitigem „Grätschen“ der Vorder- und/oder Hinterläufe.

Symptome
Die betroffenen Tiere liegen dabei vorwiegend auf dem Bauch und können mit den Vorder- und/oder Hinterläufen nur rudernde Bewegungen machen (daher der Name „Schwimmersyndrom“) und später weder aufstehen noch laufen. Erstes Anzeichen für das Schwimmersyndrom ist eine geringe Körperspannung, der Welpe liegt meist nur „platt“ herum.
Durch die abnormale  konstante Bauchlage kann es zudem zu Verformungen des Brustkorb- und Gliedmaßenskeletts kommen.

Ursache
Die Ursache des Schwimmersyndroms scheint eine mangelhafte bis nicht vorhandene Bildung einer Myelinscheide des Nervenachszylinders innerhalb der ersten 10 Lebenstage zu sein. Dadurch erreichen die Nerven nicht ihre volle Kapazität und die Reizweiterleitung zum Muskel ist eingeschränkt.

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Behandlung
Durch eine Reihe von gezielten (hunde-)physiotherapeutischen Maßnahmen (z. B. Massagen, Bewegungsübungen, Nervenreizanbahnung, ggf. Bandagierungen)  des jungen Welpen besteht im Normalfall eine sehr gute Chance, eine Heilung herbei zu führen, denn Fehlstellungen von Gelenken können beim Welpen im Alter von ca. 3 – 4 Wochen noch gut korrigiert werden. Durch die physiotherapeutischen Maßnahmen wird die Belastungsfähigkeit der Gliedmaßen gefördert und wieder hergestellt, so dass der Welpe bald Stehen und Laufen kann. Ebenso wird dadurch die korrekte Ausbildung des Brustkorbes gefördert.

Je früher das Schwimmersyndrom beim Welpen erkannt wird und je früher mit einer gezielten Therapie begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Behandlungszeit reicht von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen und die meisten Übungen können nach Anleitung durch den Hundephysiotherapeuten vom Tierhalter (Züchter) selbst durchgeführt werden. Je öfter am Tag die therapeutischen Maßnahmen durchgeführt werden, desto schneller erholt sich der „Schwimmerwelpe“ und holt die normale Entwicklung auf. Ist der Welpe einmal standhaft auf den Beinen kann er sich ganz normal weiterentwickeln und wird im Normallfall nichts zurück behalten.

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de