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Joggen mit dem Hund

Gerade während der Corona-Pandemie haben viele wieder das Joggen neu entdeckt. Noch schöner ist das „Joggen mit Hund“, was jedoch gut überdacht und vorbereitet sein sollte.

Und… nicht jeder Hund ist zum Joggen geeignet!

Joggen mit Hund ist grundsätzlich erst unbedenklich möglich, wenn der Hund ausgewachsen, die Knochen verdichtet, die Kreuzbeinwirbel zu einer Platte zusammen gewachsen und alle Gelenke voll entwickelt sind. Davor ist die Beanspruchung und die Gefahr von Spätschäden zu groß. Kleinwüchsige Hunde sind ca. mit 1 Jahr soweit entwickelt, dass keine Schäden am Skelett mehr zu befürchten sind. MIttel- und großwüchsige Hunde sind oft Spätentwickler, d. h. vor 1 Jahr sollte auf gar keinen Fall mit Joggen begonnen werden, idealerweise erst mit 1,5 – 2 Jahren!

In der Entwicklungsphase des Hundes ist der Knochenaufbau noch nicht komplett abgeschlossen, die Gelenke noch nicht voll entwickelt und die Muskeln noch nicht vollständig ausgeprägt. Eine zu hohe Belastung in jungen Jahren wirkt sich somit schädlich auf die Weiterentwicklung aus und kann im Erwachsenenalter zu gesundheitlichen Spätschäden führen.

Wie lange es letztendlich dauert bis ein Hund ausgewachsen ist, hängt von der Größe und insbesondere von seiner Rasse ab. Während die Wachstums- und Entwicklungsphase bei kleinen Hunderassen schon mit etwa sieben bis zehn Monaten abgeschlossen sein kann, nimmt diese bei großen Hunderassen mindestens ein Jahr, manchmal sogar bis zu 2 Jahre in Anspruch.

Hunde wollten sich bewegen. Daher ist Joggen prinzipiell für (fast) jeden Hund erlaubt. Jedoch gibt es Hunde, die sich aufgrund ihrer Anatomie oder ihres Wesens für das Joggen weniger eignen als ihre Artgenossen. Kurzbeinige Hunde oder sehr kleine Züchtungen wie Möpse sind nicht unbedingt zum Joggen geeignet. Vor allem z. B.  Möpse sind ggf. in ihrer Atmung zusätzlich eingeschränkt. Und ganz klar ist, nur ein gesunder Hund sollten den Jogger begleiten. Für Hunde mit Gelenkerkrankungen, Hunde die Schmerzmittel erhalten, an  Herzerkrankungen leiden  o.ä. ist der Laufsport tabu.

Wie lang eine Joggingrunde sein darf,  ist abhängig von der Kondition des Hundes, vom Alter des Hundes und auch von seinem Körperbau. Auch wenn ein Hund ansonsten aufgeweckt herumspringt und gerne läuft, muss klar sein: Joggen ist für den Hund anstrengend!


Bevor man mit seinem Hund freizeitmäßig Joggen möchte, ist ein ärztlicher sowie ggf. ein physiotherapeutischer Checkup sinnvoll, so können Herzerkrankungen und Wirbel- oder Gelenkblockaden ausgeschlossen werden. Ehrgeizige ambitionierte Läufer, die sich auf ihre Wettkämpfe vorbereiten oder sehr viel Kilometer laufen möchten, machen dies am besten alleine – ohne Hund.

Wie gewöhnt man den Hund ans Joggen und was ist zu beachten?

Ist der Hund rundum gesund, empfiehlt es sich, wie bei uns Menschen, mit einem Aufbau- und Gewöhnungstraining zu starten (z. B. abwechselnd 5 Minuten Joggen und Gehen und langsam die Zeit steigern). 20 bis 30 Minuten Joggen sind anfangs ausreichend und können mit der Zeit langsam bis zu 60 Min. gesteigert werden.

Auch der Zeitpunkt der sportlichen Aktivität sollte überlegt sein und vor allem von der Außentemperatur abhängig gemacht werden. Schon bei Mittagstemperaturen von „um die 20 Grad“ sollten die Joggingrunde in die kühlen Morgenstunden oder der Abend verlegt werden. Joggen mit Hund bei Temperaturen deutlich über 20 Grad ist tabu. Welcher Mensch möchte auch schon bei 20 Grad mit einem Pelzmäntelchen joggen gehen? Zudem haben die Hunde eine geringere Anzahl an Schweißdrüsen als Menschen und kommen schlechter mit Hitze zurecht. Vor dem Laufen in der prallen Sonne wird wegen der Gefahr eines Hitzeschlages für Mensch und Tier ebenfalls dringend abgeraten. Grundsätzlich sollte bei wärmeren Temperaturen sowieso im Schatten oder im Wald zu gelaufen werden. Der Winter und kühlere Temperaturen stellen kein Hindernis für eine Laufrunde mit Hund dar. Lediglich auf eine durchgehende Bewegung sollte im Winter geachtet werden.

Als unbedenklich gilt das Joggen mit Hund bei wenigen Minusgraden bis zu angenehmen Temperaturen um die 15°C. Dann ist auch die Tageszeit egal.

Ein paar grundsätzliche Tipps zum Joggen mit Hund:

  • Die ersten 10-15 Minuten gehören dem Hund,
    damit er eine „eigene“ Zeit zum Schnüffel oder Geschäfte verrichten hat. Erst dann beginnt man mit einem lockeren Traben.
  • Eine angenehme Lauf-Temperatur (bis ca. 15, max. 20 Grad)
    ist Grundvoraussetzung – Joggen mit Hund bei starker Sonneneinstrahlung und/oder Hitze ist tabu.
  • Laufstrecken mit weichem Boden
    sollten bevorzugt werden, dies schont sowohl die Gelenke und Wirbelsäule des Hundes als auch die des Joggers.
  • Kein Joggen mit vollem Magen
    Ca. zwei Stunden vor der Joggingrunde sollte der Hund keine große Futterportion mehr erhalten, sonst besteht u.U. die Gefahr einer Magendrehung.
  • Keine Leckerlis
    während des Laufens – Der Hund könnte sie verschlucken.
  • Regelmäßige Kontrolle und Pflege
    der Fußballen des Vierbeiners ist ein Muss bei regelmäßigem Laufen. Bei Strecken auf Asphalt oder Schotterwegen können Blasen oder Risse entstehen. Läuft man viel mit dem Hund sollten die  Ballen des  Hundes mit Salbe oder Creme gepflegt werden!
  • Gemeinsam zu Laufen ist Teamarbeit:
    Auch, wenn der Jogger „der Boss“ ist, gilt eine Rücksichtnahme bei der Laufgeschwindigkeit sowohl für den Jogger als für auch den Hund.
  • Ein guter Grundgehorsam
    ist zudem ein absolutes „Muss“ fürs „Joggen mit  Hund“
  • Beim Laufen mit Leine
    empfiehlt sich ein Hüftgurt (für den Jogger) und für den Hund ein passendes Brustgeschirr mit ausreichend Bewegungsfreiheit im Schulterbereich.

In 3 Schritten zum Hundejogger:

1.  Das „Bei-Fuß-Gehen“ muss sitzen
Bis der Welpe ausgewachsen ist, hat man Zeit zum Üben aller wichtigen Grundkommandos. Die Bindung sollte so gut sein, dass Hund und Frauchen (bzw. Herrchen) bereits wie eine unsichtbare Leine verbunden sind. Auch sollte der Hund schon allen Verlockungen in der Umgebung problemlos widerstehen können. Klappt das „Bei-Fuß-Gehen“ schon reibungslos, kann bei Spaziergängen als Vorbereitung für das spätere Joggen das „Bei-Fuß-Laufen“ ansatzweise geübt werden: Dazu gibt man im aufmunternden Tonfall das vereinbarte Kommando, hält ggf. dem Hund ein Leckerli über die Nase und läuft mit dem Hund ein paar Meter los. Man beginnt mit wenigen Schritten und Wiederholungen und übt dies ganz spielerisch. Mit der Zeit – wenn der Vierbeiner schon gelernt hat, locker nebenher zu traben, – werden die kleinen Joggingsequenzen ein wenig ausgedehnt. Aber bitte nicht vergessen, „richtig“ gejoggt werden darf nur mit einem ausgewachsenen, mind. 1 Jahr alten Hund.

2. Das „Bei-Fuß-Laufen“ mit Leine
Ist der  Hund ausgewachsen, kann es losgehen. Vorausgesetzt, er hat bereits gelernt, ohne zu ziehen locker an der Leine zu laufen und ablenkungsfrei auf Kommandos zu hören. Nun steht dem gemeinsamen Laufvergnügen nichts mehr im Wege. Begonnen werden sollte erstmal mit wenigen Laufkilometern.  Die Laufzeit und Distanz soll langsam gesteigert werden. Kleine Gehpausen tun übrigens Hund und Jogger zwischendurch mal gut.
Zum Joggen mit Leine empfiehlt sich ein bequemes, gut sitzendes Brustgeschirr mit viel Schulterfreiheit, mit nicht zu langer Leine und einem dämpfenden Gummizug am Ende der Leine. Die Leine sollte an einem Hüftgurt des Joggers befestigt oder um die Hüfte (d. Joggers) gebunden werden. Nur so wird dem Jogger eine Hand- und Armfreiheit für die eigene ergonomische Bewegung des Oberkörpers gewährleistet.
Eine Leinenlänge von 1,5 – 2 Metern ist ideal, zu lange Leinen können zu gefährlichen Stolperfallen werden.

3. Das „Bei-Fuß-Laufe“ ohne Leine
Die Königsdisziplin des gemeinsamen Laufens basiert auf einer langfristig und geduldig aufgebauten, vertrauensvollen Beziehung. Egal, ob der Hund an der Leine oder frei läuft, die Aufmerksamkeit vom Vierbeiner muss immer beim Jogger liegen. Der Hund muss verlässlich auf Kommandos reagieren und nicht plötzlich unkontrolliert über Stock und Stein davonlaufen. Bei einem Hund mit Jagdtrieb empfiehlt sich dann eben doch eher das Laufen mit Leine.