Info des Monats ‚Juni‘

Zecken
und alternative Zeckenschutzmittel

 

Immer wieder auf`s Neue:
das „leidige“ Thema mit den lästigen Zecken…

Wussten Sie, dass es über 800 verschiedene Zeckenarten gibt? Die bei uns vorkommenden Zecken sind: der „Holzbock“, die „braune Hundezecke“ und die „Auwaldzecke“. Sie lauern vorwiegend an Waldrändern, in Gebüschen, im Unterholz, auf Wiesen (im Gras) und Feldern auf ihr „Opfer“. Die lästigen milbenartigen (Spinnen-)Tiere setzen sich durch Bisse an Hund (und Mensch) fest, um sich vom Blut zu ernähren. Dabei besteht die Gefahr einer Übertragung von Viren und Bakterien, die zum Teil gefährliche Krankheiten auslösen können. Ist die Zecke (nach einigen Stunden bis Tagen) vollgesogen, lässt sie sich fallen.

Die häufigsten Krankheiten, die durch Zeckenbisse entstehen können, sind:

  • Borreliose
  • FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)
  • Babesiose (Babesia canis)
  • Ehrlichiose, Anaplasmose

 

Wie können Sie Ihren Hund schützen?

Lassen Sie Ihren Hund im Frühjahr und Frühsommer – wenn möglich – nicht im hohem Gras laufen und vermeiden Sie, dass er im dichten Unterholz (Wald) herumschnüffelt. Wichtig ist es, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen, ggf. einen Flohkamm benutzen – da die Zecken meist nicht sofort zubeißen. Dabei sollten auch die kleinen Vorstadien der Zecken, die Nymphen, abgesammelt werden. Ist es doch „passiert“, die Zecke hat sich festgebissen, sollte diese relativ schnell entfernt werden. Die Zecke sollte vollständig und nahe der Hautoberfläche – am besten mit einer Zeckenzange – entfernt werden und darf beim Entfernen nicht gequetscht werden. Da die Zecke kein Gewinde, sondern Mundwerkzeuge hat, die mit Widerhaken versehen sind, soll sie nicht heraus gedreht – sondern sollte „heraus gehebelt“ werden. Lässt das Tier nicht los, sollte man ca. 30 Sek. einen leichten Zug ausüben, bis die lästige Zecke loslässt und sich abnehmen lässt.

Ein gutes „Antizeckenmittel“ als Schutz Ihres Hundes ist – vor allem in der Hauptzeckenzeit – unerlässlich. Hierzu gibt es verschiedene, wirksame Spot-on-Präparate, Zeckenhalsbänder u.a. – Ihr Tierarzt berät Sie hierzu sicherlich gerne.
Nachteil dieser Antizeckenmittel: Sie beinhalten meist „giftige“ Substanzen, die – auch äußerlich angewandt-, über den Blutkreislauf in den Körper des Hundes gelangen und die Entgiftungsorgane (Leber/Niere) stark belasten und diese (bei Daueranwendung) ggf. schädigen können.

Als Alternative werden viele „ungiftige“ Zeckenschutzmittel angeboten, die jedoch häufig nicht oder nicht gut wirken. Am besten halten alternative Zeckenschutzmittel mit pflanzlichen Wirkstoffen (wie z.B. Citronella, Nelke, Eukalyptus, Geraniol, Neemöl u.a.) Zecken fern, auch „Bernsteinketten“ und Kokosöl sagt man eine zeckenabweisende Wirkung nach. Probieren Sie doch mal aus, ob eines der ungiftigen Antizeckenmittel bei Ihrem  Hund hilft!

Wir haben in den letzten 10 Jahren bestimmt so gut wie alles, was auf dem Markt an „ungiftigen“ Antizeckenmitteln und „Antizecken-Anhängern“ u.a.  angeboten wurde und wird, ausprobiert. Das meiste war leider (bei unseren Hunden) wirkungslos.


Die besten Erfahrungen machten wir mit ….

  • „Ballistol stichfrei – Mücken-/Zeckenschutz“
    Der Geruch (nach Citronella u.a.) von „Ballistol STICHFREI“  hält Zecken und Parasiten wirklich sehr gut fern und kann auch bei Pferden als Insektenschutz angewandt werden. Es gibt „Ballistol stichfrei“ in der Spraydose, als Pumpspray und Emulsion. Der Nachteil: es muss der gesamte Hund gut eingesprüht werden.
    Unsere Erfahrung: Wir benutzen „Ballistol stichfrei“ (für den Humanbereich), das nach unserer Erfahrung wesentlich besser wirkt als „Ballistol stichfrei Animal“. Unser Hund (der normalerweise Zecken wie ein Magnet anzieht) hatte seit Anfang März d. J. keine Zecke mehr!

 

  • Kokosöl
    Die Zecken scheinen das Kokosöl bzw. den Kokosgeruch (der darin enthaltenden Laurinsäure) nicht zu mögen, zudem erhält das Fell durch das Kokosöl einen leichten Fettfilm und die Zecken rutschen ab.
    Die Wirkung von Kokosöl als Zeckenschutz ist sehr gut, der Nachteil: es sollte der gesamte Hund vor dem Spaziergang damit eingerieben werden (und das Fell wird fettig).
    Unsere Erfahrung: eine fettige, aber wirkungsvolle Angelegenheit. Leider mochte unser (Allergiker-)Hund das Kokosöl zu sehr, hat es gerne am Fell abgeleckt und leider nicht vertragen.

 

  • Zistrose-Sud (Tee)
    Zistrose (lat. Cistus incanus) ist ein buschiger Bodendeckerstrauch mit rosa oder weißen Blüten und wächst meist im Mittelmeerraum. Die Heilwirkung der Zistrose befindet sich im Harz der Blätter und wirkt – nach neuesten Forschungsergebnissen – u.a. gegen Bakterien, Viren und Pilze und kann das Immunsystem stärken.
    Zistrose hat einen sehr hohen Gehalt an Polyphenolen (wirkt entzündungshemmend) und beinhaltet zudem noch Ladanum, ätherische Öle, Borneol, Zineol, Eugenol, Ledol, Limonen und Phenol.
    Gibt man dem Hund täglich einen Zistrose-Sud (getrocknete Zistrose mit heißem Wasser überbrüht) über das Futter, soll sich der Zeckenbefall dadurch deutlich verringern.
    Unsere Erfahrung: reiner Zistrose-Tee ist teuer, aber man benötigt nicht viel davon.  Unser Hund hatte tatsächlich weniger/kaum Zecken, reagierte dann aber leider allergisch auf Zistrose, so dass wir keine Daueranwendung testen konnten.

 

  • Bernsteinkette
    … sieht hübsch aus und soll Zecken (durch entsprechende Schwingungen) abhalten. Der Nachteil: sie ist etwas teuer und die Bernsteinchen können brechen oder sich lösen, wenn sich der Hund am Hals kratzt.
    Unsere Erfahrung: um den Hals herum hatte unser Hund tatsächlich weniger Zecken, aber leider wirkte die Kette nicht am ganzen Körper.

 

  • Neemöl
    Neemöl (auch Niemöl genannt) ist ein pflanzliches Öl, das aus dem Samen des Niembaumes gewonnen wird. Es besitzt eine insektizide Wirkung und wird unter anderem als Bekämpfung von Schädlingen, Parasiten (Zecken, Flöhe usw.) bei Mensch und Tier angewandt. Speziell für Hunde gibt es z. B. von „Orme Naturali“ verschiedene Neemölprodukte als Zeckenschutzmittel. Nachteil des Neemöl-Zeckenhalsbandes: die Wirkung hält nur ca. 4 Wochen und ist in der Hauptzeckenzeit nicht ausreichend.
    Unsere Erfahrung:  Anfangs hatten wir den Eindruck, dass das Neemöl-Zeckenhalsband tatsächlich wirkt – allerdings nicht in der „Zeckenhochzeit“. Im Jahr darauf stellten wir jedoch leider keine Wirksamkeit mehr fest.

 

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de