Info des Monats ‚Oktober‘

Die Wärmetherapie beim Hund

Die Thermotherapie ist eine der ältesten, natürlichen Heilverfahren. Sie ist eine sehr einfache, einfach anzuwendende und sehr wirksame Therapieform und kann angewandt werden bei

  • Muskelverspannungen
  • nicht entzündlichen degenerativen Erkrankungen (Verschleißerkrankungen) des Bewegungsapparates (z.B. Arthrose)
  • Schmerzen, die von keiner akuten Entzündung ausgelöst werden
  • nervösen Hunden (die Wärme ertragen)
  • bei frierenden Hunden

In der Physiotherapie wird die Thermotherapie häufig als Vorbereitung für die eigentliche Therapie angewandt.

Bitte beachten Sie:
Eine Thermotherapie darf NICHT angewandt werden bei Herz- und Kreislaufproblemen, Ödemen, Blutergüssen, offenen Wunden, Entzündungen, Lähmungen, Fieber und wenn es der Hund überhaupt nicht mag. Bei Herzerkrankungen des Hundes sollte keine großflächige Thermotherapie angewandt werden.

Durch die zugeführte Wärme kommt es zu …

  • einer Mehrdurchblutung des erwärmten Bereiches. Dies führt zu einer Erweiterung der Gefäße und zur schnelleren Fließgeschwindigkeit des Blutes. Es hat eine vermehrte Durchblutung, eine verbesserte Mirkozirkulation, einen vermehrten Abtransport von entzündlichen Stoffen, einen erhöhten Sauerstoffzufuhr und somit eine Stoffwechselsteigerung im Gewebe zur Folge.
  • einer Muskelentspannung, da die Wärme auf die Muskulatur tonussenkend wirkt.
  • einer Schmerzlinderung. Durch die Muskelentspannung lässt der Schmerz nach. Außerdem verflüssigt sich die Gelenksflüssigkeit, das kollagene Gewebe im Gelenk wird dehnbarer und die Beweglichkeit wird dadurch gefördert.
  • einer Entzündungshemmung. Durch eine wiederholt angewandte Thermotherapie und die dadurch geförderte Mehrdurchblutung des Gewebes werden auch entzündliche Substanzen abtransportiert und die Heilung wird gefördert.


Mögliche Formen der Thermotherapie
:

  •  Rotlicht (aus dem Humanbereich – großflächig anwendbar)
    Dabei muss das Rotlichtgerät einen Mindestabstand von 25 cm vom Hund haben. Die Dauer der Rotlichtbehandlung sollte 10 – max. 20 Min. nicht überschreiten. Das Rotlicht kann auch angewandt werden, wenn der Hund sehr friert (oder nass wurde).
  • Kirschkern- oder Körnerkissen (angenehm wärmend u. lokal anwendbar)
    Das Kirschkern- oder Körnerkissen ist ein bekanntes altes Hausmittel. Es handelt sich um ein Stoffsäckchen, gefüllt mit Kirschkernen oder Getreidekörnern. Es wird im Backofen bei ca. 150 °C  5 – 15 Min. lang erhitzt. Wenn das Kissen erwärmt ist, überprüft man die Temperatur des Kissens, bevor man es dem Hund auf den „betroffenen“ Bereich auflegt. Die Temperatur sollte angenehm auf dem eigenen Arm sein. Dauer der Kirschkern- oder Körnerkissenanwendung: ca. 10 Min.
  • Hot Pack (wärmend, lokal u. kleinflächig anwendbar)
    Hotpacks gibt es z.B. in der Apotheke zu kaufen und es gibt sie in verschiedenen Größen. Die Packungen haben einen gelartigen Inhalt, in dem sich ein Metallblättchen befindet. Wenn dieses Metallplättchen mit dem Daumen geknickt wird, verändert sich die gelartige Masse in einen festen Zustand und wird heiß. Diese Erwärmung hält ca. 30 Min. an. Wenn die Packung erkaltet ist, kann man sie in kochendem Wasserbad wieder in den gelartigen Zustand bringen und nach Erkalten kann man das Klick-Hotpack neu benutzten (dieser Vorgang kann bis zu 3000 mal wiederholt werden).
  • Wärmflasche (mittelmäßig bis stark wärmend)
    Am besten wird eine kleine Baby-Wärmflasche benutzt. In diese wird heißes Wasser gefüllt und die Flasche muss gut verschlossen werden. Die Temperatur der Wärmflasche sollte vorab überprüft werden u. sollte nicht zu warm oder gar heiß sein. Die warme Wärmflasche eignet sich auch hervorragend zur Wärmeanwendung bei Bauchschmerzen (z.B. bei einer Durchfallerkrankung) und bei frierenden Hunden. Dauer: ca. 5 – 15 Min.
  • Heiße Rolle (stark wärmend)
    Die heiße Rolle wird mit einem Handtuch hergestellt. Dabei wird das Handtuch in der Länge halbiert und anschließend sehr straff und spiralförmig zu einem Trichter gerollt. Die Rolle muss sehr fest gewickelt werden. Dann gibt man in den oberen (inneren) Trichter des Handtuchs (ca. 1/2 – 3/4 l) heißes, kochendes Wasser. Die heiße Rolle wird in Fellrichtung über die betroffene Körperregion gestrichen und dabei leicht angedrückt. Während der Behandlung wickelt man langsam das Handtuch ab und rollt es gegengleich als Trichter wieder auf.

 

 

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de