Info des Monats ‚Juni‘

Die Faszien

Der Begriff „Faszien“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Band“ oder „Bündel“.
Früher wurden Faszien als einfache Muskelhäute bezeichnet. In der Zwischenzeit weiß man, dass Faszien eine sehr entscheidende Rolle im Körper (auch Hundekörper) spielen und nicht nur „einfache Muskelhäute“ sind.

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Faszien bestehen aus Bindegewebe bzw. vielen, hauchdünnen Bindegewebsfasern, die eine sehr hohe Feuchtigkeit beinhalten. Faszien sind somit sehr biegsam, strapazier- und anpassungsfähig. Faszien bilden in ihrer Gesamtheit ein netzartiges, komplexes Gewebesystem, das alle Teile im Körper zusammenhält, sie am richtigen Platz fixiert und alles miteinander verbindet. Trotz ihrer „ordnenden“ Funktion ermöglicht das Fasziengewebe der Muskulatur und den Organen, ihre festgelegte Position bei Bedarf zu verschieben. Das ist die elementare Voraussetzung dafür, dass beispielsweise das Atmen, die Verdauung oder auch eine Schwangerschaft beim Menschen oder Trächtigkeit beim Hund überhaupt möglich sind.
So werden Muskeln, Sehnen, Knochen, Gefäße, Organe und Nerven durch das Fasziengewebe zu einem zusammenhängenden Organismus. Selbst an der Abwehrfunktion des Körpers ist das Fasziengewebe maßgeblich beteiligt.

Faszien bilden zudem  einen Puffer in den Gelenken, zwischen den Organen und dienen als Gleitfläche zwischen Muskeln und Nerven. Sie enthalten einen hohen Anteil an hochsensiblen Sinneszellen. Diese geben dem Gehirn Informationen über die Position bzw. den Aktivitätszustand der Gelenke, Muskeln und Sehnen weiter. Somit wird dem gesamten Fasziensystem eine extrem schnelle Reaktion auf Lageveränderungen sämtlicher Körperteile ermöglicht. Faszien sind bei jeder kleinsten Bewegung beteiligt und für die Leistungsfähigkeit des Körpers mit verantwortlich.
Das aus vielen einzelnen Bindegewebsfasern und Flüssigkeit bestehende Fasziennetzwerk hat eine wichtige Stützfunktion im Körper. Verliert das Fasziengewebe seine Feuchtigkeit (Flüssigkeit), werden die Bindegewebsfasern trocken und steif, sie können verkleben, verfilzen und das gesamte Fasziengewebe verliert seine hohe Elastizität und Anpassungsfähigkeit. Als Folge davon können Fehlfunktionen, Einschränkungen der Beweglichkeit, Schmerzen und Beschwerden im ganzen Körper ausgelöst werden.

Auswirkungen von vertrockneten, starren und/oder verfilzten Faszien können sein:

  • eine eingeschränkte Beweglichkeit der Muskulatur
  • (schmerzhafte) Verklebungen des Bindegewebes
  • Muskelverspannungen
  • Nerven, die durch diesen eingeschränkten Gewebebereich führen, können gequetscht werden (Schmerzen!)
  • insgesamt eine verminderte Beweglichkeit der Körperteile und ggf. der Organe
  • verkleinerte Puffer in den Gelenken führen zu erhöhter Abnutzung und Verschleiß der Gelenke und Knorpel
  • verringerte Muskelkraft
  • Verlust der Stützfunktion
  • Einschränkung der Nervenenden mit verbundener negativer Auswirkung auf Atmung, Verdauung u.a.
  • verminderte Sinnesempfindung, d.h. der Gleichgewichtssinn kann gestört werden, verschlechterte Koordination und Bewegungsmöglichkeit
  • Verlust der Wasserspeicherfunktion, was sich negativ aufs Immunsystem auswirken kann


Mögliche Ursachen
  für das „Austrocknen“ von Faszien sind z. B.:

  • Schonhaltungen
  • einseitiges Belasten, z. B. durch sich ständig wiederholende Bewegungen
  • Bewegungsmangel
  • Operationsnarben und großflächiges Narbengewebe
    u.a.

Physiotherapie
Mit sogenannten „Faszientechniken“ kann das Fasziengewebe geglättet und in die ursprüngliche, netzartige Form zurückgebracht werden. Die Verklebungen werden gelöst, die starren Bindegewebsfasern werden wieder elastischer, können wieder mehr Flüssigkeit aufnehmen und  der Körper wird dadurch wieder beweglicher und schmerzfreier.

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de