Info des Monats ‚August‘

Die Herbstgrasmilbe

… obwohl sie als Herbstgrasmilbe bezeichnet wird, kommt sie oft schon ab Juli (bis Oktober) vor.

Die Grasmilben sind lästig, jucken und sorgen dafür, dass sich Vierbeiner blutig kratzen und auch uns Menschen plagen. Sie werden fachmännisch als „Neotrombicula autumnalis“ bezeichnet, im Volksmund heißen sie Erntebeiß, Augustpocken oder Augustbolzen und sind mit dem bloßen Auge schlecht zu erkennen.

Die Herbstgrasmilbe ist ein Bodenbewohner. Die erwachsenen Parasiten ernähren sich von kleinen Gliederfüßlern, die Larven jedoch sind Wirbeltierparasiten, die die Haut anbohren und saugen. Neben Kleinsäugern können auch unsere Haustiere, Katzen, Kaninchen und der Mensch befallen werden. Die nur ca. 0,25 mm großen, sechsbeinigen orangefarbenen Larven befallen vor allem Stellen mit dünner Haut. Dies sind bei Hund und Katze vorzugsweise die Zwischenzehenhaut, Ellbogenbeuge, Ohrfalte, Ohrrand, Lidrand, Anus, Vulva, Bauch und Kopfbereich. Beim Menschen sind vor allem die Knöchel und Achselhöhlen betroffen.

Die erwachsene Milbe lebt im Boden, bei Dürre, Frost und Regen bis zu 90 cm tief. Im Herbst (bzw. schon ab Juli) schlüpfen die sechsbeinigen Larven. Sie folgen dem Licht und sammeln sich vor allem an mäßig feuchten Stellen in Wiesen und Gärten auf Grashalmen. Dort lauern sie besonders an warmen Tagen den vorbei marschierenden Tieren und Menschen auf. Trifft die Milbenlarve auf Tier oder Menschen, stößt sie ihre Haken durch die Haut. Der in die Wunde gedrückte Speichel löst die oberste Zellschicht auf, die dabei entstehende Flüssigkeit wird aufgesaugt. Erneute Speichelabgaben vertiefen die Wunde. Der abgegebene Speichel enthält Stoffe, die vor  beim Menschen und Hunden fürchterlich jucken. Gerade Hunde und Katzen kratzen und lecken sie sich an den betroffenen Stellen derart, dass großflächige blutige und krustige Veränderungen auftreten können. Die meisten betroffenen Tiere haben dieses Problem jedes Jahr – immer wieder.

Soweit bekannt ist, werden von den einheimischen Grasmilben keine Krankheiten übertragen.

Vorbeugung von Grasmilbenbefall
Mensch und Tier sollte Wiesen mit Grasmilbenbefall meiden. Dies sind meist Kuhweiden, Hundewiesen, Wiesen auf denen sich oft Tiere aufhalten, aber auch im eigenen Garten können sie vorkommen. Menschen sollten hochreichendes Schuhwerk tragen und Bodenkontakt wie Hinsetzen und Hinlegen vermeiden. Im eigenen Garten sollte der Rasen oft geschnitten und der Rasenschnitt weggeräumt werden (die Larven sitzen an der Grasspitze).

Das dünne Auftragen einer Teebaumölsalbe auf die betreffenden Stellen oder das Auftragen/Einspühen eines Mückenschutzes (z.B. AUTAN) soll Milben von Mensch und Tier abhalten.

Behandlung von Grasmilben
Man muss nicht jedes Tier mit Herbstgrasmilbenbefall behandeln. Die Milben haben außer dem Verursachen von Juckreiz keine Schadwirkung und verschwinden von selbst wieder. Zeigt ein Tier jedoch starken Juckreiz und sind Zeichen von selbst zugeführten Hautveränderungen vorhanden (z. B. durch den Juckreiz verursachtes Wundlecken oder gar Wundbeißen), sollte geholfen werden. Ebenso bei Tieren, die auf den Milbenspeichel allergische Reaktionen zeigen.

Zur Behandlung eignen sich Shampoos mit antiparasitären Wirkstoffen. Auch die gegen Flöhe und Zecken wirksamen Arnzeimittel (Spot-on-Präparate) zeigen eine gewisse Wirkung. Sind die Symptome nur auf wenige Stelle begrenzt, kann man durch das Auftragen von entzündungshemmenden Arzneimitteln (Emulsionen) den örtlichen Juckreiz lindern. In manchen Fällen wird, besonders bei hoch empfindlichen Tieren, nur eine Behandlung mit juckreizstillenden Tabletten oder Injektionen, u.U. Cortison- oder Antibiotikasalben helfen.

Persönlicher Tipp
Wir halten uns an einen Züchtertipp, der unserer Meinung nach gut funktioniert:
Wir waschen unseren Hunden nach einem Spaziergang über Wiesen die Pfoten und Zehenzwischenräume  mit lauwarmem Wasser und Kernseife. Die Milben lassen sich so ggf. entfernen und sie mögen den Duft der Kernseife nicht. D.h. durch die Kernseife wird zudem einem weiteren Milbenbefall vorgebeugt.

 

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de