Info des Monats ‚Januar‘

Eine Blutuntersuchung ist eine Form der diagnostischen Laboruntersuchung, die helfen kann, klinische Untersuchungsergebnisse zu bestätigen, sie zu ergänzen oder die Diagnose zu verfeinern. Blutuntersuchungen helfen z.B. internistischen Problemen auf die Spur zu kommen, die Narkosefähigkeit des Patienten zu überprüfen oder die Organbelastung aufgrund einer Dauermedikation zu kontrollieren. Auch für die Früherkennung von Krankheiten und zur Gesundheitsprophylaxe (besonders bei alten Hunden) sind Laborwerte unentbehrlich.

Folgende Wertermittlungen einer „klinisch-chemischen Blutuntersuchung“ kommen bei STANDARDUNTERSUCHUNGEN  zum Einsatz:

  • AP (alkalische Phosphatase)
    … ist ein Enzym, das in vielen Geweben, einschließlich Leber und Knochen vorhanden ist. Erhöhte Werte können ein Hinweis auf Lebererkrankungen oder das Cushing-Syndrom sein.
  • ALT (Alaninaminotransferase)
    … ist ein Enzym, das bei Lebererkrankungen oder -verletzungen ansteigt.
  • TBIL (Gesamt-Bilirubin)
    Bilirubin ist ein Abfallprodukt des Hämoglobinabbaus und ein Bestandteil des Gallensekrets. Erhöhte Bilirubinwerte im Blut sind ein Indiz für Lebererkrankungen oder bestimmte Anämien.
  • ALB (Albunin)
    Albumin ist ein von der Leber produziertes Protein. Sinkt der Albuminspiegel im Blut, kann dies ein Hinweis für chronische Leber- oder Nierenerkrankungen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sein.
  • CREA (Kreatinin)
    Kreatinin entsteht als Nebenprodukt des Muskelstoffwechsels und wird normalerweise über die Niere ausgeschieden. Zu erhöhten Werten kann es bei Nierenerkrankungen, Harnstauungen oder Dehydrierung (Austrocknung) kommen.
  • BUN (Blutharnstickstoff)
    Blutharnstickstoff wird von der Leber produziert und über die Nieren ausgeschieden. Massiv hohe Werte können ein Anzeichen für Nierenerkrankung oder Dehydrierung sein. Niedrige Blutharnstoffwerte hingegen stehen oft im Zusammenhang mit Lebererkrankungen.
  • TP (Gesamteiweiß)
    Der Gesamteiweißwert kann bei einer Reihe von Erkrankungen verändert sein und z.B. als Hinweis für Erkrankungen der Leber, der Nieren, des Magen-Darm-Traktes und für Dehydrierung dienen.
  • PHOS (Phosphor)
    Erhöhte Phosphorwerte können für Nierenerkrankungen sprechen.
  • Ca2+ (Kalzium)
    erhöhte Kalziumwerte können auf Erkrankungen der Nieren oder der Nebenschilddrüse hindeuten, aber auch auf bestimmte Tumorarten.
  • CHOL (Cholesterin)
    Zu erhöhten Cholesterinwerten kommt es bei einer Vielzahl von Krankheiten. Unter anderem findet man sie bei genetischen Erkrankungen, Leber- und Nierenbeschwerden sowie Schilddrüsenunterfunktionen.
  • GLU (Blutzucker/Glucose)
    Erhöhte Glucosespiegel treten bei Diabetes mellitus auf. Katzen reagieren auch auf Stress (z.B. Transport zum Tierarzt u.a.) mit erhöhten Blutzuckerwerten. Zu niedrige Werte können sich hingegeben bei Lebererkrankungen, Infektionen und bestimmten Tumorarten zeigen.
    AMYL (Amylase)
    Dieses Enzym wird von der Bauchspeicheldrüse produziert und fördert die Verdauung. Erhöhte Blutwerte können ein Indiz für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sein.

 

HÄMATOLOGIE (Erkrankungen des Blutes):

  • Hct (Hämatokrit)
    Der Hämatokritwert liefert Informationen über die Menge der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut. Niedrige Hämatokritwerte geben Hinweise auf eine Anämie.

 

GROSSES BLUTBILD und DIFFERENTIALBLUTBILD

  • Das große Blutbild bestimmt den Gehalt an
    – Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
    – Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
    – Thrombozyten (Blutplättchen)
  • Das Differentialblutbild bestimmt den prozentualen Anteil der verschiedenen Leukozytenarten am Gesamtteil der Leukozyten. Diese ergeben wichtige Anhaltspunket über das Vorhandensein einer Anämie, Leukämie, Entzündung, Immunschwäche, allerg. Reaktionen oder einer Blutgerinnungsstörung

 

ELEKTROLYTE:

  • Natrium (Na+), Kalium (K+), Chlorid (Cl-)
    Das Gleichgewicht dieser 3 Elektrolyte ist für die Gesundheit eines Tieres ausschlaggebend und abweichende Werte können ggf. schnell lebensbedrohlich werden. Die Elektrolytewerte sind besonders bei der Beurteilung von Erbrechen, Durchfall und Herzbeschwerden hilfreich sein.

 

Im Laufe des Alters eines erwachsenen Hundes macht es Sinn, einmal ein Blutbild vom Hund erstellen zu lassen (auch wenn  ggf. keine größeren akuten gesundheitlichen Beschwerden vorliegen). Somit hat der behandelnde Tierarzt (bei einem ggf. späteren akut erforderlichen Blutcheck) ein Vergleichs-Blutbild des Hundes mit seinen individuellen „normalen“ Standardwerten.

Beim älteren oder gar alten Hund empfehle ich zur geriatrischen Vorsorgeuntersuchung immer auch ein regelmäßiges Blutbild anfertigen zu lassen.

 

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© Petra Schneider,   info@healthydog.de