Zecken

Kaum ist es milder, tauchen sie wieder auf, die Zecken… !

Bei Temperaturen ab ca. 8 Grad werden Zecken aktiv und lauern vorwiegend an Waldrändern, in Gebüschen, im Unterholz, auf Wiesen (im Gras) und Feldern auf ihr „Opfer“. Die lästigen milbenartigen (Spinnen-)Tiere setzen sich durch Bisse an Hund (und Mensch) fest, um sich vom Blut zu ernähren. Dabei besteht die Gefahr einer Übertragung von Viren und Bakterien, die zum Teil gefährliche Krankheiten auslösen können. Ist die Zecke (nach einigen Stunden bis Tagen) vollgesogen, lässt sie sich fallen.

Über 800 verschiedene Zeckenarten gibt es weltweit. Es gibt drei Zeckenarten, die beim Hund wichtig sind: der „Holzbock“, die „braune Hundezecke“ und die „Auwaldzecke“.

 

Die häufigsten Krankheiten, die durch Zeckenbisse entstehen können:

  • Borreliose
    … ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit (wobei Menschen häufiger und schwerer als Hunde daran erkranken). Die Borreliose wird vor allem über den „Holzbock“ übertragen. Typische Symptome der Borreliose sind: infektähnliche Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen, aber auch Gelenksschmerzen, -entzündungen, Nervenschmerzen und -entzündungen u.a.
    Eine Borrelioseerkrankung wird mit Antibiotika behandelt. Für Hunde (NICHT für den Menschen) gibt es auch Borrelioseimpfungen, die jedoch keinen 100-%igen Schutz bieten (und somit umstritten sind).
  • FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)
    … wird durch den „Gemeinen Holzbock“ übertragen. Die FSME kommt vermehrt in Baden-Württemberg und Bayern vor. Beim Menschen werden durch den Biss einer FSME-infizierten Zecke Hirnhautentzündungen und Hirnentzündungen verursacht. Hunde erkranken wesentlich seltener an FSME.
  • Babesiose (Babesia canis)
    … wird von der „Auwaldzecke“ auf den Hund übertragen. Da die Krankheit der „Malaria“ ähnelt, wird sie auch „Hundemalaria“ genannt. Die Einzeller befallen und zerstören die roten Blutkörperchen, deshalb wird bei infizierten Hunden meist eine Blutarmut festgestellt. Mögliche Symptome der Babesiose sind: teilweise sehr hohes Fieber, Appetitlosigkeit; die Hunde sind matt, müde und nicht zu motivieren. Sie verlieren an Gewicht und entwickeln – wie erwähnt – eine Blutarmut und Gelbsucht. Bei massenhafter Zerstörung der roten Blutzellen färbt sich der Urin dunkelrot. Ist das Zentralnervensystem mit befallen, kann es zu Lähmungen, epileptischen Anfällen und Bewegungsstörungen kommen.
  • Ehrlichiose, Anaplasmose
    …sind häufige Erkrankungen von Hunden in Südeuropa, kommen aber auch vermehrt in Deutschland vor. Ehrlichiose wird von der seltenen „Braunen Hundezecke“ übertragen; Anaplasmose vom „Holzbock“. Die Bakterien dringen in die weißen Blutzellen ein und werden so in Lymphknoten, Leber und Knochenmark transportiert. Erkrankte Hunde leiden unter hohem Fieber, angeschwollenen Lymphknoten und sind apathisch. Sie magern ab und können eine Blutungsneigung zeigen.
    MENSCHEN können sich mit der Hunde-Ehrlichiose nicht infizieren. Beide Krankheiten werden mit Antibiotika behandelt.

 

Wie können Sie Ihren Hund schützen?

Lassen Sie Ihren Hund im Frühjahr – wenn möglich – nicht in hohem Gras laufen und vermeiden Sie, dass er im dichten Unterholz (Wald) herumschnüffelt. Wichtig ist es, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen, ggf. einen Flohkamm benutzen – da die Zecken meist nicht sofort zubeißen. Dabei sollten auch die kleinen Vorstadien der Zecken, die Nymphen, abgesammelt werden.

Ist es doch „passiert“, die Zecke hat sich festgebissen, sollte diese relativ schnell entfernt werden. Zum Beispiel die Borrelien, der Auslöser der Borreliose, werden meistens erst einige Stunden nach dem Stich übertragen. Die Zecke sollte vollständig und nahe der Hautoberfläche – am besten mit einer Zeckenzange – entfernt werden und darf beim Entfernen nicht gequetscht werden. Da die Zecke kein Gewinde, sondern Mundwerkzeuge hat, die mit Widerhaken versehen sind, darf sie nicht heraus gedreht – sondern sollte „heraus gehebelt“ werden. Lässt das Tier nicht los, sollte man ca. 30 Sek. einen leichten Zug ausüben, bis die lästige Zecke loslässt und sich abnehmen lässt.

Ein gutes „Antizeckenmittel“ als Schutz Ihres Hundes ist in der Hauptzeckenzeit unerlässlich. Hierzu gibt es verschiedene Spot-on-Präparate, Zeckenhalsbänder u.a. – Ihr Tierarzt berät Sie hierzu sicherlich gerne. Als Alternative gibt es auch „Antizeckenmittel“ mit pflanzlichen Wirkstoffen (wie z.B. Citronella, Nelke, Eukalyptus, Geraniol, Neemöl u.a.). Auch „Bernsteinketten“ und Kokosöl sagt man eine zeckenabweisende Wirkung nach. Knoblauch soll als Zeckenschutz ebenfalls gut wirken! Da Knoblauch für Hunde jedoch giftig ist, sollte man als Hundebesitzer davon Abstand halten.

Bitte nicht vergessen:
Auch Sie als Hundebesitzer sollten sich vor Zecken schützen! Lange Hosen und langärmelige Oberteile (helle Kleidung, darauf sieht man die Zecken besser), festes Schuhwerk und bedeckte Füße minimieren die Angriffsfläche für die Zecken. Ggf. schützen auch Präparate zum Auftragen auf die Haut. Nach jedem Wald- und Wiesenspaziergang sollten Sie sich umziehen und Ihren Körper nach Zecken (u. Nymphen) absuchen.
Für Menschen gibt es als zusätzlichen Schutz die FSME-Impfung.

 

Vorschläge für UNGIFTIGE Anti-Zeckenmittel

  • Bernsteinkette
    … sieht hübsch aus und soll Zecken (durch entsprechende Schwingungen) abhalten. Der Nachteil: sie ist etwas teuer und die Bernsteinchen können brechen oder sich lösen, wenn sich der Hund am Hals kratzt.
  • Neemöl
    Neemöl (auch Niemöl genannt) ist ein pflanzliches Öl, das aus dem Samen des Niembaumes gewonnen wird. Es besitzt eine insektizide Wirkung und wird unter anderem als Bekämpfung von Schädlingen, Parasiten (Zecken, Flöhe usw.) bei Mensch und Tier angewandt. Speziell für Hunde gibt es z. B. von „Orme Naturali“ verschiedene Neemölprodukte als Zeckenschutzmittel.
    Nachteil des Neemöl-Zeckenhalsbandes: die Wirkung hält nur ca. 4 Wochen und ist in der Hauptzeckenzeit nicht ausreichend.
  • Kokosöl
    Die Zecken scheinen das Kokosöl/den Kokosgeruch (bzw. die darin enthaltende Laurinsäure) nicht zu mögen zudem erhält das Fell durch das Kokosöl einen leichten Fettfilm und die Zecken rutschen ab.
    Die Wirkung von Kokosöl als Zeckenschutz ist gut, der Nachteil: es sollte der gesamte Hund vor dem Spaziergang damit eingerieben werden (und das Fell wird fettig).
  • „Ballistol“-Zeckenschutz
    Der „Geruch“ von Ballistol hält Zecken und Parasiten sehr gut fern und kann auch bei Pferden als Insektenschutz angewandt werden. Der Nachteil: es muss der gesamte Hund eingesprüht werden, das Ballistol-Spray ist somit schnell aufgebraucht und relativ teuer.
  • Zistrose-Sud (Tee)
    Zistrose (lat. Cistus incanus) ist ein buschiger Bodendeckerstrauch mit rosa oder weißen Blüten und wächst meist im Mittelmeerraum. Die Heilwirkung der Zistrose befindet sich im Harz der Blätter und wirkt – nach neuesten Forschungsergebnissen – u.a. gegen Bakterien, Viren und Pilze und kann das Immunsystem stärken.
    Zistrose hat einen sehr hohen Gehalt an Polyphenolen (wirkt entzündungshemmend) und beinhaltet zudem noch Ladanum, ätherische Öle, Borneol, Zineol, Eugenol, Ledol, Limonen und Phenol.
    Gibt man dem Hund täglich einen Zistrose-Sud (getrocknete Zistrose mit heißem Wasser überbrüht) über das Futter, soll sich der Zeckenbefall dadurch deutlich verringern.

 

nach oben

 


© Petra Schneider,   info@healthydog.de